Polnische, niederländische und deutsche Sportfreunde erwarben von mir in 2015 Bricoux-Tauben.

Informationen über die Regenstein-Linie der Bricoux-Tauben 

Ich verfüge zurZeit über zwanzig Bricoux-Zuchtpaare der Regenstein-Linie, die nach meiner Auffassung als die reinste Bricoux-Linie anzusehen ist.

Durch jahrzehntelange Inzucht haben meine Tauben noch das typische Erscheinungsbild der Tauben des Dr. Bricoux.

Ich züchte diesen Stamm nur in den Farben  rotgehämmert und fahl. Unter diesen Tieren finden sich sowohl Silberfahle als auch rotgeh. Mehlköpfe.

Trotz der engsten Verwandtschaft der Tauben bringt die Nachzucht sowohl in Reinzucht als auch in Kreuzung, hervorragende Wettflugergebnisse. Leistung und Schönheit sind  hier in Übereinstimmung.
 
Aufzeichnungen von Friedrich Regenstein:
Die nachfolgenden Ausführungen beruhen auf Original-Aufzeichnungen von Friedrich Regenstein, die ich im März 1999 von seiner Witwe Anne Regenstein bei meinem Besuch erhielt.  
Ich bin ihr noch heute dankbar dafür, dass sie mir wichtige Notizen und andere Unterlagen ihres damals bereits verstorbenen Mannes überlassen hat.  

Die Regenstein-Linie der Bricoux-Tauben  (von Friedrich Regenstein)
Die heutigen Bricoux-Züchter haben sich in erster Linie auf die rote und fahle Gefiederfarbe festgelegt. Allerdings hatte Dr. Bricoux nicht nur solche Tiere, sondern auch blaue und gehämmerte.

Da ihm Rot und Fahl aber am besten gefielen, gab er die Blauen und Gehämmerten in erster Linie seinem Schwager Duray,  „der mit diesen berühmt wurde und später die stärkste Konkurrenz für Bricoux darstellte.“

Im Jahre 1930 „sah sich Dr. Bricoux gezwungen ...  mehrere seiner berühmten Tiere zuverkaufen. Fritz Wittich erwarb von diesen einige Paare....Wittich bezog direk von Dr. Bricoux einen rotgehämmerten Sohn de Plumenoir, einen fahlen Sohn und eine Enkelin fahl des Cesar, eine Tochter des alten Bossu (blaugehämmert) und zwei Töchter  aus dem kleinen Musketier (rotgehämmert) und mehrere andere.“

„Mein Freund Wittich ließ mir dann freie Hand in der Zucht (ich galt als Vererbungsfachmann). Er kaufte auf meinen Rat noch Originale aus“ anderen deutschen Schlägen, die ebenfalls bei Bricoux eingekauft hatten. „Diese und seine Originaltauben verpaarte ich- zunächst gegen Wittichs Willen- (er war bange, weil Dr. Bricoux bereits starke Inzucht betrieben hatte), wieder in enger Inzucht zusammen.

Soweit ich mich erinnern kann, wurde Wittich dann Jungtiermeister, dann RV-Meister und im 3. Jahr dann Meister des ganzen damaligen Gaues Südwest  

(einschließlich Frankfurter Raum). Er blieb (mit einer Ausnahme) bis zum Ausbruch des ZweitenWeltkrieges ungeschlagener Meister. Die Ausnahme: Auf einem Fluge Budapest 1937 errang ich mit den von ihm erhaltenen Bricouxnachzuchttieren mit dem 3., 4. und 155. Preis die schnellste Serie.

Wir erwarben dann 1939 noch einige Originaltiere (auch 41/42 noch von Hentges)... Bei uns anfallende Schecken gehen  auf eine Blauschecktäubin zurück, die aus Nachzucht von Bricoux’s gehämmerter Weißfeder ( Plume blanche) stammte.

Bei Ausbruch desKrieges gab ich einige Tiere an Dr. Albrecht, Frielendorf, ab. Der Schlag wurde bekannt. Während des Krieges wurde ich nach Krefeld dienstverpflichtet, wohin ich meine Zuchtpaare mitnahm. Dort erhielt ich von dem bekannten Züchter Pannen eine 11jährige reine Bacléne-Täubin, rot, die natürlich hervorragend passte.

Um 1934 hatte Wittich von Hoff, Bad Kreuznach, einen reinen roten Bacléne-Vogel erhalten, derdirekt aus dem Sohn des berühmten ...Le Brun stammte... Der Enkel flog bei mir u.a. 1.Preis Passau mit 5 Minuten Vorsprung.   

 

Während des Krieges verlagerte Wittich u.a. einen großen Teil seines Bestandes auf den Schlag des Züchters Hugo Sandforth, Bottrop, dessen Schlag nach dem Kriege jahrelang zu den Spitzenschlägen zählte. Kurz vor Sandforths Tod übernahm ich von diesem noch mehrere Zuchttiere (Inzest).

Während des Krieges hatten Wittich und ich mehrfach den bekannten Schlag Hentges, Luxemburg, besucht, der sich ebenfall Bricoux-Tauben zugelegt hatte. Auch von dieserNachzucht erwarben Wittich und ich (1941/42) Tiere.

Bei Kriegsende wurden meine Bricouxtiere von Brieftaubenexperten der USA-Kampftruppe beschlagnahmt. ...Beim Verladen entkamen einige meiner besten Tauben. Diese bildeten mit 1945 von Sandforth und 1946 (unter widrigsten französischen Grenzumständen) von Wittich zurückerhaltenen Tauben den Wiederanfang.

1947 beschlagnahmte die französiche Besatzung plötzlich noch den bis dahin verschont gebliebenen Originalbestand Wittichs. Dieser erhielt wiederum um 1950 Tiere vonSandfort und mir zurück, womit W. dann wieder anfing...

Im Tausch erhielt ich einen Fabry-Vogel von Dr. Brücker, Schweiz, der sehr gut einschlug und inVerdrängungszucht aber wieder ausgemendelt wurde. Wie sich später herausstellte, führte auch dieser Vogel Bricouxblut über die roten und fahlen Fabrys.

Hier sei angemerkt, dass auch das Wondervosje der Gebr. Janssen Bricouxblut geführt haben soll, sowie angeblich auch einige blaue Ursprungstiere dieses Schlages. Ich vermute, dass deshalb die Kreuzung Bricoux-Janssen meistens gut geht.

Von Wittich, Sandforth und Regenstein sind eine große Zahl guter Bricouxtauben verbreitet worden, die zum Aufbau heute noch hervorragend reisender Stämme gedient haben. Sie sind inzuchtfest und bringen auch in Reinzucht nach wie vor beste Leistungen. 

So weit die interessanten Ausführungen Friedrich Regensteins.  

Er fügte noch den nachfolgenden Anhang bei:

Aus Originaltieren sind in den Abstammungskarten meiner Tauben noch folgende nachzuweisen (Er nennt in seinen Aufzeichnungen die Ringnummern der originalen Bricouxtauben):

Gehämmerte Tochter des "Bussu"

Fahler Sohn des "Jules César"

Rotgehämmerte Taube ("César"-Linie)

"Le Championet"

"De Brun"

"Libourne"

Fahler Sohn des  "Plume noire"

Sohn des Bruders von "Libourne"

Rotgehämmerter Sohn der "LePetite rouge"

Gute Gehämmerte aus  "Jules César"

Fahl von Hentges aus einem originalen Bricouxpaar

 

Copyright by Wilfried Bracht

 

In „Die Reisetaube“ Zeitschrift für Reisetaubenkunde, Folge Nr. 1 vom 1. Januar 1951 erschien ein Artikel von Alois Gand, Hattingen Ruhr, unter dem Titel

Krönung der Reinzucht

In diesem Artikel stellt er den Schlag Hugo Sandforth in Bottrop, Westf., vor. Er berichtet davon, das dieser Schlag die Reinzucht vertritt. Dann gibt er einen Überblick über die Reiseleistungen Sandforths in den Jahren 1946 bis 1950, der in dieser Zeit „stets an der Spitze Bottrops“ gestanden habe. Gand nennt dann die erzielten Erfolge:

„1946 werden mit 114 gesetzten Tauben 67 Preise errungen. Die RV vergibt in diesem ersten Reisejahr nach dem Kriege noch keine Auszeichnungen für besondere Leistungen – 1947 erzielen 121 gesetzte Tauben 62 Preise, davon auf acht Preisflügen dreimal den 1. Konkurs und 22 Preise bei den ersten 10 Tauben der RV. Die Meisterschaft der RV wird zum ersten Male errungen. 1948: Die Reiserichtung wurde vom Nordosten auf den Südosten gewechselt. Scheinbar mussten sich die nach dem Nordosten eingeschulten Tiere an diese Änderung gewöhnen. Mit 197 gesetzten Tauben wurden 71 Preis erzielt- 1949: Auf 11 Preisflügen wurden 215 Tauben eingesetzt, die 109 mal erfolgreiche waren. Mit fünf Tauben, die 42 Wettflugpreise erzielten, wir die RV-Meisterschaft zum zweitenmal errungen. Das beste Tier der RV, welches von 11 Einsätzen 10 Preise macht, wird ebenfalls von diesem Schlag gestellt. – 1950: Die Meisterschaft wird zum dritten Male errungen. Die 277 gesetzten Tauben sind 130 mal erfolgreich und die fünf bestgereisten Tiere des Schlages können in diesem Reisejahr die stattliche Leistung von 50 Wettflugpreisen für sich verbuchen. Wiederum wird das beste Tier der RV gezeigt welches sogar auf allen zwölf Preisflügen zwölfmal bei den Siegern war. Von den fünf besten Siegern der ... Reisevereinigung Bottrop befinden sich drei auf dem Schlage Sandforth. Das vierte Tier entstammt ebenfalls der Zucht dieses Schlages: es wurde von einem Mitglied der RV erworben.“

Man beachte bei der Reiseleistung, dass damals nur 25% der Tauben in die Preise kam, alle anderen leer ausgingen. Da war eine 50%ige Preisausbeute etwas Besonderes.

 

Nachfolgend geht der o.g. Verfasser auf die Ursprungstiere dieses Bricoux-Stammes ein:

„Bei Sandforth sind ... die Bricoux... in reiner Nachzucht vorhanden. Die Typen eines „Julius Cäsar“, Ringzeichen 477205-21, „La Plume Noir (Die schwarze Feder) 300 459-23, „La Raucelot“ 300435-25 und anderer bekannter Bricoux-Tiere glaubt man mit ihren geistigen Eigenschaften wieder gefunden, die ihnen einstmals ihr Stammgestalter anzüchtete.“

 
Ein Artikel  von F. Regenstein über die Reinzucht von Brieftauben hatte auf  den Züchter einen nachhaltigen Eindruck gemacht. Er fand den Eigentümer der von Regenstein herangezogenen Bricoux-Tauben in Fritz Wittich aus Bingen, der bei Bricoux eine Reihe von Originalen eingekauft hatte.

Der Züchter Fritz Wittich aus Bingen

„Sportfreund Wittich war seiner Zeit Besitzer eines sieggewohnten Stammes. Mit insgesamt 844 gesetzten Tauben errang Wittich von 1935-1941 (ohne 1940) 481 Preise und 1937 mit einer Siegerserie, die nebenbei bei diesem Reisejahr (1937) 33 mal gesetzt, 31 mal Sieger war, die Goldmedaille von St. Pölten.

Es war das Beste, was Wittich jemals besaß; die hervorragenden Bricouxtiere hatten ihm viel sportliche Freude heimgebracht. Über zwanzig Originaltiere waren in dieser Zeit bei Wittich beheimatet. Und keines hiervon war als Außenseiter zu werten. Aus den berühmten Musketieren gab es form- und rassig vollendete Nachzucht auf Wittichs Schlag. Die Nachzucht aus der Linie des „Malade“, des „Julius Cäsar“ ... „Raucelot“ gab sich hier ein Stelldichein mit anderen Originaltieren- dann die Linie des „Le Bossu“, der „Alten Fahlen“ usw. Es war züchterisches Nachdenken wert, mit diesen Tauben weiter zu arbeiten.“

Gand berichtet dann davon, das Sportfreund Wittich  zu Beginn des Jahres 1945 vor dem Problem gestanden habe, seine 72 Reinzucht-Bricouxtiere über den Krieg hinweg zu retten. Dazu habe er ungefähr die Hälfte seines ganzen Bestandes dem Züchter Sandforth übergeben, der diese Tiere in seiner Voliere beherbergte.

Gand zitiert dann F.Regenstein:
„Es kann niemals für einen wirklichen Züchter befriedigend sein, nur durch das Zusammenpaaren relativ guter Tauben zu guten Reiseergebnissen zu kommen, ohne Rücksicht auf den fortwährenden Typenwechsel eines solchen Bestandes, so dass nie von einer Ausgeglichenheit die Rede sein kann. Vielmehr wird züchterisches Bestreben stets auf eine einheitliche Stammprägung oder auch auf die Erhaltung eines reinen Nachzuchtstammes eines anderen Züchters ausgerichtet sein.“

Gand stellt dann das damalige Ass des Schlages Sandforth vor und zeigt die Verbindung hin zum Bricoux-Bestand von Wittich auf:

Das As des Schlages Sandforth „ist bestimmt der silberfahle Vogel –47 127. Andere Tiere haben ebenfalls hervorragende Leistungen aufzuweisen, aber wenn eine Taube bei jedem Flugeinsatz, jedem Wetter, vom Beginn der Preisflüge bis zum Endflug unter den Preisträgern zu finden ist, dann kann man wohl von einer besonderen Taube, vom einem „Ass“ reden... Ist es die Sionblutführung, die, mit dem Blut eines „Jules Cesar“, seiner Brüder, Schwestern, Enkel und Enkelinnen, die in der Ahnentafel dieses Vogels zu finden sind, diese Flughärte aufkommen ließ?- „La garde meurt, mais ne se rend pas !“ hatte Dr. Bricoux in bezug auf die von ihm eingeführten „Sion“ gesagt.- „Die Garde stirbt, aber sie ergibt sich nicht!“- Man glaubt es den Tauben bei Sandforth ansehen zu können, dass sie sich, bei sicherer Schlagführung durch ihren Besitzer, ihre gute gesundheitliche Verfassung vorausgesetzt, nicht ergeben werden.“

   

Der Verfasser charakterisiert nun den Vogel –47-127 und schreibt:

„Schon im Stand verrät dieser Vogel ein Übermaß an Federn und Federchen. In ungeheurer Fülle hat die Züchtung auch dem Gefieder ein Hauptaugenmerk beigelegt und man hat beim In-die-Hand-nehmen, den Eindruck, einen Watteballon zu halten. Ein leicht gegebener, in den Gelenken wie lose hängender Flügel, ist diesem Vogel, ist allen Vertretern dieser edlen Rasse hier zu eigen. Hierzu auch ein vollkommenes Federwerk mit biegsamem Schaft. Der Hinterflügel ist gut entwickelt und genau wie der Vorderflügel mit eine guten Polsterung versehen. Typisch ist bei vielen Tauben des Schlages, bei 127 besonders, die rund erscheinende Form des Körpers. Man hat den Eindruck, ein großes Ei in der Hand zu halten, das sich mit dem dicken Ende nach vorn gibt. Die Breite eines gut mit Muskeln besetzten Knochengerüstes in der Höhe der Schultern, das gute Verlaufen eines mitteltiefen, in Muskeln ruhenden kräftigen Brustbeinkammes mit Ausgang in eine feste Beckengabelung, ein als kräftig anzusprechender Rücken, all dieses gibt diesen Taubenkörpern die Darstellung, die auf beste Entwicklung der inneren Organe schließen lässt. Zur Vervollständigung kann man noch auf den gedrungenen Hals hinweisen, auf die edle Kopfform mit den meist im Orangeton gehaltenen Augenfarben, um alle Vorzüge im Äußeren bei der Bricouxrasse zu beleuchten. Für manchen Sportfreund dürfte es von Interesse sein, dass der reinerbig gezüchtete, vollkommene „Bricoux“ keine dunklen Augenfarben hat. Der Organgeton in der Augenfarbe, mit dem Farbenspiel zwischen Gelbrot und Bräunlichrot mit gelblichem, auch grünlichem Durchschimmern, der erlaubte Übergang in die rötliche Augenfarbe, all dieses ist die zum Stamm gehörende Augenfarbe, auch dann, wenn sich dieses Farbenspiel in den Farben der grauweißen bis weinroten Glasaugenfarbe vorstellt.“)

 

 

 

Gand stellt dann den Zuchtweg Sandforths vor:

„Die Verbindung von nahen und nächsten Verwandten wird im allgemeinen auf diesem Schlag nicht betrieben, aber auch nicht gefürchtet. Wir sehen an dem zur Vorführung gelangenden Abstammungsnachweis des diesjährigen besten Vogels der RV.,  dass eine unmittelbare nahe Verwandtschaft der Elterntiere nicht vorliegt, dennoch entstammt er einer strengen Inzucht. Und wie bei diesem Vogel, so verläuft auch der Zuchtweg bei allen anderen auf diesem Schlage beheimateten Tauben. Zur planmäßigen Reinzucht gehört eine gewisse breitere Grundlage, und diese erfordert einen größeren Bestand mit gleicher Abstammung. ... Die auf dem Weg der alljährlichen Erneuerung die Sieger bringen musste, mit der häufigen Krönung einer fast zuverlässig zu nennenden Taubenserie, deren Glanzstück im letzten Reisejahr kein Versagen kannte. ... Die Tauben mussten in Typ, Wesen und Flugeignung immer das bleiben als welches sie einstmals ihr Gestalter der weiteren Züchtung und Pflege übergab. ... Seiner Entwicklung getreu muss das Blut der guten Ahnen immer in dem Stamm erhalten bleiben.“

Dann geht er auf dieVorfahren des As-Vogels –47-127 ein:

„Nehmen wir vergleichsmäßig die Ausgangstiere des –47-127 in der fünften zurückliegenden Generation, so finden wir unter den 32 hierzu gehörenden Tauben allein 14 Ahnen, die entweder Jules Cesar selbst , Brüder oder andere nahe Verwandte zu ihm sind. Von den übrigen führen auf dem Wege der Reinzucht eine ganze Reihe sein Blut. Kennzeichnen wir der Vollständigkeit halber die 32 Ahnen in der fünften Generation mit den Nummern 1-32, so tritt Jules Cesar mit seinen Anverwandten in dieser Abstammungslinie des 127 wie folgt hervor:

Nr. 1: „Plume Noir“ (Bruder von Jul. Cesar), Nr. 6: Schwester von Jul. Cesar, Nr. 7: Jul. Cesar, Nr. 9: Enkel von Jul. Cesar, Nr. 10: Enkelin von Jul. Cesar, Nr. 11: Sohn aus Raucelot (Le Raucelot ist Bruder von Jul. Cesar), Nr. 13: Jul. Cesar, Nr. 15: Der kleine Musketier (Mutter ist Schwester der Mutter von Jul. Cesar), Nr. 17: Enkel von Raucolot, Nr. 18: Enkelin des Jul. Cesar, Nr. 19: Sohn des Jul. Cesar, Nr. 23: Sohn des Raucolot, Nr. 27: Sohn aus „La Chainette“ (La Chainette, trotz der weiblichen Bezeichnung ein Vogel, war Sohn aus Jul. Cesar), Nr. 30: Tochter des Raucolot.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun berichtet der Verfasser über den Schlag Wittich in Bezug auf den 127:

„Festzuhalten ist aber, dass auf dem Schlag Wittich... sich Neuwerte bildeten, die wieder in ihren Produkten das Vollkommenste brachte. Aus der Paarung eines silberfahlen Vogels 6142 33 206 (ein naturgetreues Ebenbild des Sandforth-Vogels –47 127) mit einer geh. Täubin – 31 152 ... wurden zwei rotgehämmerte  Vögel 6142 35 30 und 31 gezüchtet: die man als seltene Asse bezeichnen kann. Sie fliegen... von 1936 - 1939  56 mal gesetzt , 51 Preise auf allen Strecken bis Endtour, darunter meist Spitzenpreise. Diese beiden Vögel waren nicht allein nur unübertreffliche Renner, sondern gaben als gefestigte Reinzuchtprodukte auch züchterisch dem Stamm einen weiteren bedeutenden Aufschwung. Beide Vögel sind in der Linie  des 127 zu finden.“ Der hier vorliegende in Auszügen zitierte Artikel ist ein Lehrbeispiel für die Erhaltung der noch heute vorhandenen reinen Bricoux-Tauben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass so mancher Bestand über die vielen Jahre hinweg deutlich verwässert wurde und ungeeignete Einkreuzungen das charakteristische Bild der ursprünglichen Bricoux-Tauben verändert haben.

An dieser Stelle sei noch einmal die herausragende züchterische Leistung Friedrich Regensteins gewürdigt, der in den auf ihn zurückgehenden Bricoux-Tieren die oben beschriebenen Eigenschaften der Bricoux-Tauben in ihrer äußeren Erscheinung in bewundernswerter Weise erhalten hat. Es ist nun an uns Bricoux-Züchtern diese im letzten Moment noch  zu sichern und die Nachkommen aus diesem Schlag, die nur noch in sehr  wenigen Stämmen vorhanden sind, zu neuer Blüte zu führen.

 

Wilfried Bracht 

 

Copyright by Wilfried Bracht